(engl. to twist = verdrehen, d. h. Verdrehen zweier Körperhälften
in entgegengesetzte Richtungen)
Der Twist brachte die bislang letzte generationsübergreifende Tanzwelle
in Europa. Er knüpfte 1961 an die Hulahopp-Welle des Vorjahres an (als
"Holahoop ohne Reifen"). Die Twist-Bewegungen im stark akzentuierten
4/4-Takt sind recht gut im Schlager "Hallo Mister Twist" von 1962
beschrieben: "Wer schwingt die Hüften einfach hin und her? / Wer
stellt die Knie geradeaus und quer? / Wer zeigt beim Tanzen alles, was er
kann, / und rührt sein Baby dabei gar nicht an? / Ihr wisst genau schon
wer das ist, / nur Mister Twist!"
Einen mit Shimmy und Charleston verwandten Twist hatte es schon in den
20er Jahren gegeben. Der Tanzjournalist de Luca beschrieb die "Metaphysik
des Twist" 1928 in der Zeitschrift Querschnitt: "Es ist eine gewundene,
verflochtene, gedrehte Angelegenheit." Das "Auswringen" des
Körpers mit Zick-Zack-Tritt der Füsse und Gegeneinander von oben
und ohne Körperkontakt der Paare wurde dann vom Swing verdrängt
und kam erst 1955 mit dem Tanz "The Twister" in den USA als Nachfahre
des Charleston für kurze Zeit wieder hoch.
Auch der wenig später aufkommende "Mambo-Rock", eine afrokubanische
Variante des Rock´n´Roll verlangte ähnliche Bewegungen.
Der Schwarzamerikaner Hank Ballard hatte mit dem Titel Twist 1958 Erfolg,
aber nur in den schwarzen Hitlisten, die von den weissen noch immer streng
getrennt waren.
Erst der Farbige Chubby Checker schaffte 1960 mit einem Remake des Ballard-Titels
den Sprung in die weissen Charts. Der Titel "Twist and Shout"
von den Isley Brothers von 1962 wurde ein Jahr später zu einem Erfolg
der Beatles.
Die dazugehörige Mode waren flauschige Pullis, enge Hosen, "Schnabelschuhe"
und "Bienenkorbfrisuren".
B. und F. Weber: "Beim Twist dreht man das etwas zurückgekippte
Becken in einem Halbkreis über vorne hin und her. Oberschenkel und
Knie folgen dieser Bewegung. Man "vertwistet" den unteren Teil
des Körpers gegen den Oberkörper, denn dieser dreht nicht mit."
Im Jazz-Tanz nennt man "Twist" nicht nur eine vom Becken ausgehende
Drehbewegung, sondern alle gegeneinander verdrehten Körperzentren.
Der Partytanz "Football" enthält z. B. einen Schulter(gürtel)twist
(oft fälschlich "Schultershake" genannt)." |